Die Idee zum Buch

oeconomenta - Wechselspiele zwischen Kunst und Wirtschaft

„Business Art is the step that comes after Art”
Andy Warhol

Wissenschaft und Management richten den Blick auf die Kunst, um Orientierung oder Inspiration zu finden. Wenn auch die Kunst die viel diskutierten Probleme der Gegenwart nicht eigenständig lösen kann, so nehmen sie viele Denker doch als Anstoß zum Nachdenken und zum Infragestellen der eigenen Perspektiven.

Die Idee der oeconomenta und das vorliegende Buch stehen in dieser Tradition. Sie zeigen den spannungsreichen Spielraum zwischen Kunst und Wirtschaft. Die Autoren erproben Verfahren und Formen, in denen sich nicht erwartete und ungewöhnliche Unterschiede zeigen können. Ausgehend von den polaren Gegensätzen Kunst und Wirtschaft hat die Auseinandersetzung über die Jahre gezeigt, dass es viele legitime Wege und Ansätze gibt, von denen eine Auswahl präsentiert wird.

Der Startpunkt dieses Unternehmens war die Leidenschaft der Autoren für die Wirtschaft und die Gegenwartskunst. In diesem Buch erklären sie anhand faszinierender Beispiele, warum und wie sie sich mit der Schnittstelle zwischen Kunst und Wirtschaft beschäftigen und inwiefern diese Auseinandersetzung ihr eigenes Arbeiten begleitet, irritiert und manchmal in Frage stellt.

Das Buch ist eine Sammlung von Positionen zu Kunst und Ästhetik und deren Einfluss auf Gesellschaft, Wirtschaft und Management. Mit Beiträgen von Dirk Baecker, Michael Hutter, Birger P. Priddat, Karen van den Berg, Wolfgang Ullrich, Franz Liebl, Antonio Strati, Jonathan Schroeder, Fuat Firat, Pierre Guillet de Monthoux, Fritz B. Simon.

Das Buch

oeconomenta - Wechselspiele zwischen Kunst und Wirtschaft

Das Buch ist im Kadmos Kulturverlag erschienen.
Sie können es unter ISBN: 978-3-86599-043-3 oder im Buchhandel bestellen

Inhalte
oeconomenta – Wechselspiele zwischen Kunst und Wirtschaft

Das Vorwort
Hergen Wöbken, Marc Markowski

„Vermehrt werden in der Wissenschaft und im Management der Blick auf die Kunst und das Design gerichtet, um neue Orientierung oder Inspiration zu finden. Sicherlich bietet die Kunst allein keine Lösung für die viel diskutierten Probleme der Moderne. Trotzdem betrachten viele Denker das Feld der Kunst und finden dort Inspiration, Anstoß zum Nachdenken und zum Infragestellen der eigenen Perspektiven und des eigenen Handelns.

Dieses Buch ist transdisziplinär aus Überzeugung und der Notwendigkeit der Fragestellung heraus. Genannt seien als Disziplinen, die in diesem Buch vertreten sind: Konsumentenforschung, Kunstwissenschaft, Marketing, Markenführung, Ökonomie, Organisationssoziologie, Systemtheorie, Wirtschaftsgeschichte und andere.

Deutlich wird, dass heute eine begriffliche und disziplinäre Trennung von Kunst und Wirtschaft und Management in unserer alltäglichen Beobachtung und Praxis der Disziplinen nicht mehr hilfreich erscheint. Warum beschäftigen sich die Autoren mit Fragen der Schnittstelle oder der Grenze zwischen Kunst und Wirtschaft, statt mit den elementaren Kernfragen ihrer Heimatdisziplin zu ringen? In ihren Texten offenbaren sie, warum sie es tun, und wie sie sich aus ihrer Perspektive heraus darstellt. Ein Grund mag zudem die sublime Kraft der Kunst sein. Sie gaukelt uns vor, harmlos in ihrer Dinghaftigkeit und Objektivität zu sein, und öffnet uns damit emotional die Tür zur Auseinandersetzung mit unbequemen gesellschaftlichen oder individuellen Themen. Das künstlerische Arbeiten ist von Aspekten durchdrungen, die in Disziplinen der Wissenschaft und der Wirtschaft gern systematisch ignoriert werden. Gemeint sind zum Beispiel die prominente Rolle des Körpers (Embodiment) und der Subjektivität, die Deklaration neuer Regeln statt deren Akzeptanz und die notwendige individuelle Legitimierung der eigenen, differenzierten Arbeit in Form, Inhalt und Medium durch den Künstler.“

Geleitwort
Dirk Baecker, Professor für Soziologie an der Universität Witten/Herdecke, seit September 2007 Professor für Kulturtheorie und -analyse an der Zeppelin University in Friedrichshafen/Bodensee.

„Platons Philosophie ist subtiler, als es ihre moralische Lektüre wahr haben will. Er war ein Meister der paradoxen Intervention, bevor die Therapeuten und Berater diese erfunden haben. Seine Warnung vor der Kunst hat dieser ihre Zukunft, als konzedierte, weil hellwache Unverantwortlichkeit, vielleicht erst gesichert. Schauen wir uns also an, was sie zu sagen hat.“

Ausloten eines interface: Wirtschaft und Kunst
Birger P. Priddat, Professor für Politische Ökonomie an der Zeppelin University Friedrichshafen

„Wenn wir Kunst als einen Modus der Einführung neuer Selbstbeschreibungen der Menschen in der Gesellschaft verstehen, haben wir die Kunst als einen modus operandus sozialer Rekonstellation verzeichnet, der durch die Formen ökonomischer Modulation dieser Prozesse eigenständige neue sozialen Formen hervorbringt. Die alte Distinktion zwischen Kunst als Sphäre des Ideellen, und Wirtschaft als Sphäre des Materiellen, fällt und geht über in eine Oszillation beider Spähren, die die Wirtschaft stärker als ‚kreativ‘ und die Kunst stärker ‚marktförmig‘ auftreten läßt, ohne beide Sphären zu vermischen. Indem die Koppelung beider Spähren intensiver wird, laufen mehr Übertragungen als je zuvor (vgl. auch Cova/Svanfeldt 1993; Groys 1992; Markowski 2001; Hutter 2001; Schroeder 2002; kritisch Böhme 2001; sonst Ullrich 2002; Luckow 2002; Latour/Weibel 2002; Baecker 2003: 149 ff.).“

Wirtschaft in den Zeiten nach der Moderne und das Ästhetische Subjekt
A. Fuat Firat, Professor für Management Marketing & International Business an der University of Texas-Pan American

„Die Tatsache, dass dem Ästhetischen nur ein Platz in den hinteren Reihen zugewiesen wurde, hat sie natürlich vom Handel nicht gänzlich fernhalten können. Das Ästhetische, könnte man argumentieren, ist eine übergreifende, omnipräsente Facette der menschlichen Existenz, ob mit oder ohne Absicht. Das Ästhetische ruft eine emotionale Reaktion hervor, es bewegt, etwas gefällt oder gefällt nicht. Es löst eine Emotion aus, eine des Angezogen – oder Abgestoßenseins. Was uns anzieht, wird schön genannt, was uns abstößt hässlich(Feagin and Maynard 1997). Ob die Wirtschaft vorsah, ästhetische Erwägungen bei der Entstehung eines Produktes hinzuziehen oder nicht, konnte die ästhetischen Reaktionen der Menschen, die auf deren kulturellen Lernen basieren, nicht verhindern Entsprechend existierten die ästhetischen Erfahrungen der Menschen im Zusammenhang mit Kaufentscheidungen und Wirtschaft durchaus, auch wenn die ästhetischen Belange in der modernen Wirtschaftstheorie und –praxis minimiert und durch die unüberschaubare Auswahl abgestumpft wurden. Mit den postmodernen Tendenzen gab es eine Rückkehr zu den ästhetischen Erwägungen (Foster 1985). Ihre Verbreitung innerhalb der Disziplinen der Wirtschaft verlief relativ langsam. Möglicherweise war das Design wegen seiner Nähe“ zur Kunst der Vorreiter der ästhetischen Bewegung“

Handlungshermeneutik- ästhetische Perspektive für Ökonomen
Pierre Guillet de Monthoux, Professor für General Management an der Universität Stockholm

„Rekapitulieren wir kurz: Für die ästhetische Perspektive ist die Schaffung von Bedeutung ein zentraler Punkt. Es geht darum, aus einem Wirrwarr von Fakten Bedeutung zu schaffen. Dies geschieht über subjektive Erfahrungen, die zu einem objektiv geteilten Verständnis des Kontextes führt. Diese Art der Schaffung von Bedeutung kennt man heute vor allem aus der modernen Kunst. Die Schaffung von Bedeutung basiert nicht auf dem Befolgen von Methoden, sondern darauf, dass zeitgenössische Künstler diesen Methoden widersprechen und mit ihnen jonglieren. In den Sozialwissenschaften wird die meistens mit der Schaffung von Bedeutung assoziierte Methodologie als Hermeneutik bezeichnet. Wie wir jetzt erkennen, entspricht die Methodologie der Ästhetik nur zum Teil dem, was häufig unter Hermeneutik verstanden wird, nämlich dem Versuch, für die Interpretation von Texten eine Methodologie zu formulieren. Ursprünglich bedeutete Hermeneutik die theologische Deutung der Heiligen Schrift, also die biblische Deutung. „

Kunst, Marken und Konsum: Künstler als Manager von Bildern
Jonathan Schroeder, Professor für Marketing an der Universität Exeter (UK)

„Kunst und Macht bleiben eine feste Einheit. Museen zelebrieren Macht, Bilder schaffen Reichtum und der Kunstmarkt bleibt eine Geldmaschine. In den Händen von Kunstkritikern üben Künstler wie Warhol, Kruger und Sherman tatsächlich stichhaltige Kritik an der Verbraucherkultur. Sie machen den entmenschlichenden Prozess der Kommodifizierung deutlich, die Gleichheit der von Marken geprägten Umgebung und der schwächenden Wirkung von Berühmtheit und ihrem Bestreben. Doch ihre Arbeiten sind auch bequem inmitten einer zelebrierenden, befreienden Art des Konsums platziert“

Cultural Hacking: Exploration von Kunden und Marken
Franz Liebl, Professor für Strategisches Marketing an der Universität der Künste Berlin, Thomas Düllo, Dozent der Kulturwissenschaften an der Universität Magdeburg und Martin Kiel, Kulturwissenschafter und Beirat des Studiengangs Cultural Engineering an der Universität Magdeburg.

„Solche Effekte der Idiosynkrasie und Pfadgebundenheit werden aber nicht selten in Markenstrategien völlig ignoriert. So kündigte vor einiger Zeit ein italienischer Automobilhersteller in der deutschen Presse sinngemäß an: „Wir haben einen neuen Markenkern beschlossen. Er lautet ab sofort Gran Turismo.“ Worum es bei Selbstähnlichkeit vielmehr geht, ist das produktive Spannungsverhältnis zwischen Benutzeroberfläche und Inhalten, das auch in der Orientierung zum Tragen kommt. Die Benutzeroberfläche der Marke gaukelt etwas vor – d. h. sie simuliert bestimmte Eigenschaften bzw. Inhalte –, die Inhalte und Systeme hinterlegen diese Gaukelei. Innerhalb solcher Räume treffen sich Konsumenten, Marken und Markenführer zu einer ständigen Rochade. Ziel ist die Koexistenz von Hacken und Hackenlassen (Wipperfürth 2005) statt, wie zuvor, einer Konfrontation Hacker gegen Hacker als Ausdruck des Kontrollwahns von Markenmanagern. Im folgenden sollen zwei besonders beispielhafte – und kulturwissenschaftlich gut verstandene – Strategien der Umcodierung/Störung skizziert werden, die den im Marketing so beliebten Motiven Schnelligkeit und Außergewöhnlichkeit bewusst Beharrlichkeit und Normalität als Pendant gegenüberstellen.“

Der ästhetische Ansatz in der Organisationsforschung
Antonio Strati, Professor für Soziologie an der Università degli Studi di Trento

„Der ästhetische Ansatz, ähnlich wie andere Studienstränge der Organisations-ästhetik, betont die Wichtigkeit des Sinnes- und Wahrnehmungsvermögens von Menschen bei der Analyse von Organisationsphänomenen, die sie hervorbringen. Infolgedessen insistiert der Ansatz auf der Feststellung der Unzulänglichkeit der Organisationstheorien, die ausschließlich auf analytischen Methoden und insbesondere auf Kognitivismus und Rationalität basieren. Durch das Kriterium „ästhetisch“ wird deutlich gemacht, dass der Ansatz alle menschlichen Sinne mit einbezieht. Mit anderen Worten, es zeigt an, ob eine Organisation schön oder hässlich ist; dass schöne oder hässliche Arbeit darin stattfindet, dass einige Kollegen schöne Persönlichkeiten haben und andere nicht; dass die Mitglieder der Organisation mit Eleganz und Freude arbeiten. Es bezeichnet außerdem die gerochenen Gerüche, die gehörten Geräusche und die berührten Oberflächen in einer Organisation.“

Künstlerische Interventionen
Fritz B. Simon, apl-Professor für Führung und Organisation an der Universität Witten/Herdecke

„Die Paradoxie künstlerischer Interventionen besteht darin, dass die Außenseite des Kommunikationssystems (Kommunikation, die nicht zum System gehört), das heißt die Nicht-Konformität mit den (Sprach-)Spielregeln des jeweiligen Systems, auf der Innenseite, das heißt innerhalb des Systems, realisiert wird. Damit ist die Grenze zwischen Innen und Außen verwischt; was außen ist, ist innen, was innen ist, ist außen. Anders als der Sozialwissenschaftler, der als Beobachter eine fiktive Außenposition gegenüber dem beobachteten System einnimmt und auf der Meta-Ebene über dessen Regeln spricht und schreibt, zeigt das Kunstwerk dem Beobachter diese Regeln. Es macht sie nicht nur aus der Innenperspektive erfahr- und erlebbar, sondern es kommuniziert auch noch die Frage nach dem Verhältnis von Bild und Abbild“

Prekäre Werte
Michael Hutter, Professor für Theorie der Wirtschaft und ihrer Umwelt an der Universität Witten/Herdecke

„Das Volumen der Kunstkommunikation wird also wahrscheinlich weiter zunehmen. Dabei bleibt die Wahrnehmung und Anerkennung von Qualität immer noch schwierig, denn das Zusammenspiel von künstlerischer und monetärer Wertung wird eher komplexer. Die Qualitätsansprüche an diejenigen, die sich die Durchsetzung von Kunst zur Aufgabe gemacht haben, werden also steigen. Das gilt für Händler, für Galeristen und für die vielen neuen Formen von Vermittlern, die mit den elektronischen Medien aufgetaucht sind.“

Der Unternehmer als Erzieher. Ein amerikanisches Märchen
Wolfgang Ullrich, Professor an der Akademie der bildenden Künste München

„Zumindest bräuchte es eine Debatte darüber, welche Genres der Kunst (und des Designs!) eventuell besser als andere eine erzieherische, aufklärende, persönlichkeitsfördernde Wirkung entfalten können. Eine solche Debatte findet jedoch nicht einmal in Ansätzen statt. Dies nährt den Verdacht, daß die meisten Projekte, bei denen bildende Kunst in Unternehmen einen Ort finden soll, wenig ernsthaft und letztlich doch vor allem wegen ihrer Eignung als Fetisch, als Machtsymbol und Repräsentationsstück durchgeführt werden. Und das hat wirklich nichts mehr mit einem Märchen zu tun…“

Impressario, Künstler, Manager oder Fuzzi? – Rollenmodelle des Kulturmanagers
Karen van den Berg, Professorin für Kulturmanagement & inszenatorische Praxis an der Zeppelin University Friedrichshafen

„Dennoch: Wenn wir davon ausgehen, dass es nicht Ethik und Moral sind, die hier den Unterschied machen, was dann? Gerade in einer Zeit, in der ökonomische Zweckorientierung alle Lebensbereiche kolonialisiert hat und die Kunst, oder besser: die künstlerische Praxis der „postautonomen Periode“ ihr Selbstverständnis vor allem durch die permanente Selbsterweiterung und Grenzüberschreitung begründet, sind klare Differenzierungen erschwert; wir haben es hier mit einem überaus hybriden Feld zu tun, in dessen Grenzen, Zwischenräumen, Schnittstellen und Nischen sich allerhand Projekte angesiedelt haben. Wie aber lässt sich dieses Feld zwischen Kunst und Ökonomie beschreiben? Um dem näher zu kommen, möchte ich im Folgenden eine Nischenfigur vorstellen: den Kulturmanager. Der Kulturmanager ist für diese Analyse ein dankbares Opfer, scheint er doch zwischen den Stühlen zu sitzen und wird deshalb im Wesentlichen kritisch beäugt.“

„Solange Kunst weiter in Ausstellungen stattfindet und sich nicht durch kommunikative Zusammenhänge vermittelt, hat die postautonome Periode noch nicht wirklich begonnen. Soll ein Paradigmenwechsel von der autonomen zur kommunikativen Kunst gelingen, mag es ein erster Schritt sein, die Kommunikation zwischen den “Werken” zu entwickeln“ (Lingner 1992: 54)

In diesem Bereich haben sich denn auch in den letzten Jahren interessante Projekte entwickelt. So sind auf sehr fruchtbare Weise die Erkenntnischancen der Kunst(-Betrachtung) für die Beobachtung wirtschaftlicher bzw. gesellschaftlicher Prozesse ausgelotet worden (vgl. Bockemühl 1997). Auch wurden mit unterschiedlichem Erfolg künstlerische Interventionen als Innovationskatalysatoren in Unternehmen eingesetzt. Als inzwischen kaum mehr umstritten gilt, dass Kunst als Imageträger fungieren kann oder Firmensammlungen identitätsstiftende Maßnahmen für die interne Unternehmenskultur sein können (vgl. Ullrich 2000). Solche Strategien machen künstlerische Praxis für die Logik der Ökonomie nutzbar. Umgekehrt bedient sich aber auch die künstlerische Produktion bei dem System der Ökonomie - nicht nur wenn’s ums Überleben geht oder Kunst gehandelt wird. So lassen sich gerade seit den 90er Jahren Tendenzen beobachten, die mehr oder weniger kritisch-ironisch die Logik der Ökonomie für die künstlerische Sinnproduktion verwerten, bzw. zum Thema der künstlerischen Arbeit erheben. Beispiele hierfür sind etwa „Why do you shop?“, „Ingold Airlines“, „Bonk Business Inc.“, „etoy.cooperation” und andere als Firmen auftretende Künstler und Künstlergruppen (einen Überblick über die unterschiedlichen Ansätze aus dieser Richtung bot etwa die Ausstellung „Art & Economy“ in den Hamburger Deichtorhallen 2002 sowie die Ausstellung „Art Business“. Und schließlich findet sich eine dritte Beobachtungsperspektive des Wechselverhältnisses zwischen Kunst und Wirtschaft in der ökonomischen Forschung. Sie beschreibt und analysiert eine Ökonomie der Kunst und blickt dabei nicht zuletzt auf die Mechanismen des Kunstmarkts (vgl. hierzu Hutter 1992).

Die Autoren

Dirk Baecker
Dr. Dirk Baecker, Professor für Soziologie an der Universität Witten/Herdecke,ist seit September 2007 Professor für Kulturtheorie und -analyse an der Zeppelin University in Friedrichshafen/Bodensee. Siehe zuletzt seine Publikationen:

Vom Nutzen ungelöster Probleme (mit Alexander Kluge, Berlin: Merve, 2003)
Wozu Soziologie? (Berlin: Kulturverlag Kadmos, 2005)und
Form und Formen der Kommunikation (Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2005)


Thomas Düllo

Dr. Thomas Düllo ist Dozent für Kulturwissenschaften an der Universität Magdeburg im Studiengang Cultural Engineering und Autor zahlreicher Publikationen über Alltags- und Populärkultur.


A. Fuat Firat
A. Fuat Firat ist Professor und Lehrstuhlinhaber in der Fakultät Management, Marketing und International Business an der Universität Texas-Pan America. Seine Forschungsinteressen sind vielfältig. Makro Konsumenten Verhalten, Makro Marketing, Postmoderne Kultur, Nachmoderne Marketing Strategien, Geschlecht und Konsum, Marketing und Entwicklung sowie interorganisationale Beziehungen. Er hat den John Slater Preis des Journal of Macromarketing für den besten Artikel mit N. Dholakia gewonnen und den Journal of Consumer Reserach Preis für den besten Artikel mit A. Venkatesh. A. Fuat Firat veröffentlichte mehrere Bücher wie z.B. „Consuming People: From Political Economy to Theaters of Consumption“ mit N. Dholakia. Er ist verantwortlicher Mitherausgeber des Journals „Consumption, Markets & Culture“


Pierre Guillet de Monthoux
Pierre Guillet de Monthoux ist Professor für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre an der Universität von Stockholm, wo er auch die Forschungsgruppe ECAM (Europäisches Zentrum für Kunst und Management) leitet. Er ist auch Schwungprofessor an der eurpäischen nomadischen Universität Nurope (www.nurope.eu), außerordentliche Professor an der Copenhagen Business School und Forschungsbeauftragter der Arts Management Program an der SUNY Buffalo Unversität New York. Er wohnt in Schweden, Frankreich und der Schweiz.


Michael Hutter
Michael Hutter ist seit 1987 Inhaber des Lehrstuhls für Theorie der Wirtschaft und ihrer Umwelt an der Universität Witten/Herdecke.Forschungsinteressen: Theorie-, Wirtschafts- und Geldgeschichte; Interdependenzen zwischen Kunst, Kultur und Wirtschaft; Kunst- und Medienwirtschaft. Geboren 1948. Studium der Mathematik an der Universität München und an der Portland State University. B.A. (Math.) 1970; Studium der Wirtschaftswissenschaft an der University of Washington (Seattle). M.A. 1971. Promotion an der Universität München. Dr. rer.pol. 1976. Habilitation 1986 in München.


Martin Kiel
Dr. Martin Kiel ist Kulturwissenschaftler und Beirat des Studiengangs Cultural Engineering an der Universität Magdeburg.


Franz Liebl
Prof. Dr. Franz Liebl ist Inhaber des Lehrstuhls für Strategisches Marketing der Universität der Künste Berlin. Seine Arbeitsschwerpunkte umfassen unter anderem Strategisches Management, Issue-Management, Business-Design sowie Marketing unter Bedingungen gesellschaftlicher Individualisierung.


Marc Markowski
Marc Markowski ist Manager Marketing und Produktmanagement bei der CAP GmbH, dem Betreiber des Bonusprogramms HappyDigits. Er doziert und forscht zu den Themen Luxusgütermarketing, Markenführung, Geschäftsmodellen und Ästhetik & Konsumentenforschung. Marc Markowski berät im Kunst-und Kulturkontext. Besonders interessieren ihn die Themen kultureller Evolution, Aesthetics Goverance sozialer Phänomene, die Gestaltung von Innovationen und Entrepreneurship sowie die Organisation von Wandel und das Design von Management. Gemeinsam mit Hergen Wöbken und anderen organisierte er die oeconomenta.


Birger P. Priddat
Priddat, Birger P., Prof. Dr., geb. 1950, Studium der Volkwirtschaft und Philosophie in Hamburg, 1991 - 2004 auf dem Lehrstuhl für Volkswirtschaft und Philosophie an der Privatuniversität Witten/Herdecke, Dekan der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften 1995 – 2000, seit 2004 auf dem Lehrstuhl Politische Ökonomie an der Zeppelin-University Friedrichshafen / Bodensee, head of the department of public management & governance, Forschungsschwerpunkte: institutional economics, political governance, Theoriegeschichte der Ökonomie, Wirtschaftsethik, Zukunft der Arbeit, ausgewählte Veröffentlichungen: 1990 Hegel als Ökonom; 1995 Die andere Ökonomie. Schmoller; 1998 Moralischer Konsum; 2000 Der bewegte Staat (Hrsg.); 2000 Arbeit an der Arbeit; 2001 Electronic Government (zus. M. St. A. Jansen); 2002 Nachlassende Bildung; 2002 Theoriegeschichte der Ökonomie; Moral und Ökonomie 2004; Institutionenökonomie 2004; Unvollendete Akteure. Komplexität der Ökonomie, von 2004 bis 2007 auf dem Lehrstuhl Politische Ökonomie an der Zeppelin-University Friedrichshafen / Bodensee, head of the department of public management & governance. Präsident der Universität Witten/Herdecke seit 2007. Forschungsschwerpunkte...


Fritz B. Simon
Fritz B. Simon, Dr. med., ist Psychiater und Psychoanalytiker, systemischer Familientherapeut und Organisationsberater. Mitbegründer und von 1990 bis 1999 Vorsitzender bzw. Geschäftsführer des Heidelberger Instituts für systemische Forschung und Therapie. Priv. Doz. für Psychosomatik und Psychotherapie an der Universität Heidelberg; Lehrtätigkeit in zahlreichen Europäischen Ländern, USA, China, Marokko; seit 1999 Professor für Führung und Organisation an der Universität Witten/ Herdecke. Mitbegründer und von 1990 bis 1999 Vorsitzender bzw. Geschäftsführer des Heidelberger Instituts für systemische Forschung und Therapie; 1994–2001 Vizepräsident der European Family Therapy Associations (EFTA); Herausgeber (mit A. Retzer) der Zeitschrift Familiendynamik; Geschäftsführender Gesellschafter der Carl-Auer-Systeme Verlags GmbH. Im Jahr 2000 Mitbegründer (mit D. Baecker/R. Wimmer) des Management Zentrums Witten GmbH (MZW), Witten/Berlin, 2001Mitbegründer (mit G. Weber) und geschäftsführender Gesellschafter der Simon, Weber and Friends Systemische Organisationsberatungs GmbH, Heidelberg/Berlin. 2002 Mitbegründer des Helm-Stierlin-Instituts Heidelberg (mit A. Ebbecke-Nohlen, C. Beilfuss, J. Schweitzer, G. Schmidt, G. Weber). 2005 Wahl durch die Zeitschrift Personalmagazin zu einem der „40 führenden Köpfe im Personalwesen“.


Jonathan Schroeder
Jonathan Schroeder ist Professor für Marketing an der School of Business and Economics der Universität Exeter, Großbritannien. Er ist Gast-Professor für Marketing Semiotik an der Bocconi Universität Mailand und Gast-Professor für Design Management an der Indian School of Business, Hyderabad. Sein Forschungsgebiet ist die Produktion und Konsumption von Bildern und wurde in Journals verschiedener Gebiete wie Marketing, Organisation, Psychologie, Design und Recht veröffentlicht. Er ist Autor verschiedenen Bücher wie „Visual Consumption“ (Routledge, 2002) und Co-Author von „Brand Culture“ (Routledge, 2006). Er ist Mitherausgeber des Journals „Consumptions, Markets and Culture“ und arbeitet in den Editorial Boards des „European Journals of Marketing“, „Marketing Theory“, International Journal of Indian Culture and Business Management“ und “Advertising and Society Review” mit.


Antonio Strati
Antonio Strati ist Professor für Soziologie der Organisation und doziert an der University Trento und Siena in Italien. Er ist Gründungsmitglieder der „Standing Konferenz“ zu „Organizational Symbolism“ (SCOS-EGOS) und der Forschungsgruppe zu Kommunikation, organisationalem Lernen und Ästhetik (www.unitn.it/rucola). Sein Forschungsinteresse ist Ästhetik, Tacit Wissen und Symbolismus in organisationalem Leben sowie qualitative Methodologie und Praxis-basierter Theoriebildung in Organisationsforschung.


Karen van den Berg
Karen van den Berg, Prof. Dr. (geb. 1963) ist seit 2003 Inhaberin des Lehrstuhls für Kulturmanagement und inszenatorische Praxis an der Zeppelin University Friedrichshafen. Nach dem Studium der Kunstwissenschaft, Archäologie und Nordische Philologie in Saarbrücken und Basel freie Ausstellungskuratorin und Verlegerin, von 1993-2003 Dozentin an der Privaten Universität Witten/Herdecke; 1999-2003 Gründung und Leitung des Arbeitsbereichs „art in dialog“ an der Privaten Universität Witten/Herdecke (gemeinsam mit Jörg van den Berg). Forschungsschwerpunkte sind: Theorie des Inszenierens und Ausstellens; visuelle Kultur und Bildtheorie; Kunst und Gefühle; Kunst und Öffentlichkeit; Kunstvermittlung und Politik des Zeigens; Rollenmodelle künstlerischen Handelns.


Wolfgang Ulrich
Wolfgang Ullrich, geb. 1967, ist seit 2006 Professor für Kunstwissenschaft und Medientheorie an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe. Er studierte Philosophie, Kunstgeschichte, Logik/Wissenschaftstheorie und Germanistik. Seit der Promotion 1994 freiberuflich tätig als Autor, Dozent und Unternehmensberater. - Zahlreiche Publikationen zu Geschichte und Kritik des Kunstbegriffs, modernen Bildwelten und Wohlstandsphänomenen. Letzte Bücher: Was war Kunst? Biographien eines Begriffs (Frankfurt/Main 2005); Bilder auf Weltreise. Eine Globalisierungskritik (Berlin 2006); Habenwollen. Wie funktioniert die Konsumkultur? (Frankfurt/Main 2006).


Hergen Wöbken
Hergen Wöbken ist Geschäftsführer des Instituts für Strategieentwicklung. Er studierte nach der Ausbildung zum Bankkaufmann in Bremen Wirtschaftswissenschaften an der Universität Witten/Herdecke. Neben Projekt- und Studienaufenthalten in New York, Siena, Hongkong, Brüssel und Bangkok sowie seinem hochschulpolitischen Engagement als Senatsmitglied organisierte er den IV. Kongress für Familienunternehmen an der Universität Witten/Herdecke. Parallel zum Wirtschaftsstudium begann er auch das Studium der Philosophie und Kulturwissenschaften an der Fakultät für das Studium fundamentale. Heute arbeitet er an Fragen der Strategieentwicklung und Unternehmenskultur in Organisationen aus Wirtschaft, Politik und Kultur. Gemeinsam mit Marc Markowski und anderen organisierte er die oeconomenta.

Event

25. - 27. Mai 2000

oeconomenta I -Wechselspiele zwischen Kunst und Wirtschaft

Im Frühjahr 2000 fand die oeconomenta I im Märkischen Museum in Witten statt mit Dirk Baecker, Fritz B. Simon, Martin Eder (novaphorm), Karl Hegemann und vielen anderen Wissenschaftlern, Künstlern und Managern. Der Name leitet sich aus den Worten Ökonomie und documenta ab. Das Event wurde damals organisiert und gestaltet von sieben Studierenden der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Witten/Herdecke:

Katrin Glatzel
Lisa Kirfel-Rühle
Rita Pant
Christoph Backes
Marc Oliver Markowski
Andreas Szankay
Hergen Wöbken

Kontakt

Büro
Institut für Strategieentwicklung (IFSE)
Hergen Wöbken
Herzbergstr.40-43
10365 Berlin

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E-Mail: hergen.woebken@ifse.de
Tel.: +49 173 3243315

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Institut für Strategieentwicklung (IFSE)
Hergen Wöbken
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Bankverbindung / Steuernummer
IBAN: DE37 1005 0000 6604 0470 90
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